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XL-Haifischbecken: Artgerechte Haltung zugesichert

19.06.2017

© dpa

Symbolbild

Im südhessischen Pfungstadt ist Europas größtes Haifischbecken geplant, doch große Arten wie Tiger- und Hammerhaie sowie Weiße Haie werden nicht zu sehen sein. Denn auf artgerechte Haltung wird Wert gelegt. «Viele Hai-Arten sind für Aquarien überhaupt nicht geeignet», sagte der Zoologische Leiter von «Shark City», Alexander Dressel, bei der Vorstellung des Projekts. «Diese Tiere spielen bei uns keine Rolle. Wir werden nur Haie zeigen, die erfolgreich in anderen Aquarien zu sehen sind.» Große Hai-Arten kämen deswegen nicht in Betracht.

Größtes Becken mit 10 Millionen Litern Fassungsvermögen

Laut dem Magistrat soll es die größte Haifisch-Schau Europas werden. Das Gesamtvolumen der Beckenanlage soll den Angaben zufolge bei 14 Millionen Litern liegen. Betreiber von «Shark City» ist eine Firma aus dem rheinland-pfälzischen Grünstadt namens The Seven Seas Aquarium Betriebs GmbH. Eröffnet werden könnte die Anlage Ende 2018. Gezeigt werden sollen rund 36 Haiarten. Insgesamt gebe es etwa 500, sagte Dressel.

Kritik von Tierschützern

Tierschutzorganisationen stehen dem Projekt kritisch gegenüber. Die Tiere für das Aquarium in Pfungstadt sollen aus der Nachzucht stammen oder aus anderen Aquarien, wie der Betreiber sagte. Ursprünglich wollten die Betreiber «Shark City» im baden-württembergische Sinsheim bauen. Dort sei es aber nicht richtig vorangegangen. Das ursprünglich favorisierte Pfungstadt sei wieder ins Spiel gekommen, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter, Thomas Walter.

Pfungstadt hofft auf hohe Gewerbesteuer-Einnahmen

Pfungstadts Bürgermeister Patrick Koch (SPD) sagte, Tierschützer sollten sich eher gegen «die Leute richten, die die Haie in den Meeren abschlachten». Die Stadt habe nur Vorteile, hoffe auf Arbeitsplätze und 550 000 bis 700 000 Euro Gewerbesteuer im Jahr.

Zu den Kritikern gehören Pro Wildlife (München) und Sharkproject (Heusenstamm/Kreis Offenbach). Pro Wildlife befürchtet, die Tiere für Pfungstadt könnten «aus dem Meer gefangen werden». Es sei noch unklar, welche Arten konkret gehalten werden sollen. Sharkproject hatte auch schon gegen das in Sinsheim geplante Aquarium protestiert. «Wir werden auch für Pfungstadt nicht klein beigeben», betonte Martin Trösch von der Organisation.

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