Nachrichten >> Rhein-Main, Top-Meldungen

Terrorverdächtiger Tunesier muss in Abschiebehaft

18.08.2017

© dpa

Der terrorverdächtige Tunesier Haikel S. muss in Abschiebehaft. Das hat das Amtsgericht Frankfurt zumindest bis zum 23. Oktober angeordnet, wie die Anwältin des Beschuldigten und die Generalstaatsanwaltschaft auf Anfrage berichteten. Das Gericht entsprach damit einem Antrag der Ausländerbehörde.

Anwältin von Haikel S. legt Beschwerde ein

Die Anwältin des Mannes, Seda Basay-Yildiz, sagte am Nachmittag, sie habe beim Landgericht Beschwerde eingelegt. Der Mann könne aber auch vor einer Entscheidung abgeschoben werden, hieß es beim Amtsgericht.

BGH hob Haftbefehl vorher auf 

Der Bundesgerichtshof hatte den Haftbefehl gestern jedoch aufgehoben. Die genau Begründung ist noch nicht öffentlich. Die Ermittlungsbehörden halten den als Gefährder eingestuften Mann dennoch für hochgefährlich und werfen ihm vor, für die Terrormiliz IS in Deutschland einen Anschlag vorbereitet und dafür ein Unterstützungsnetzwerk aufgebaut zu haben. Die Pläne sollen noch in einer sehr frühen Phase gewesen sein.

Tunesier soll auch für IS rekrutiert haben

Die Ermittler legen dem Beschuldigten auch zur Last, Anwerber und Schleuser für den IS gewesen zu sein. In seiner Heimat steht er nach Angaben der Strafverfolger auch unter Terrorverdacht. Haikel S. war Anfang Februar bei einer Anti-Terror-Razzia in Frankfurt festgenommen worden. Zuvor hatten ihn die Polizei rund um die Uhr überwacht. Eine Abschiebung des Tunesiers hatte das Verwaltungsgericht Frankfurt untersagt, weil ihm in dem nordafrikanischen Staat die Todesstrafe drohe.

Mehr Rhein-Main-News

Mehr Meldungen